Bildung für Neuzugewanderte


Lerncluster "Bildungskoordination für Neuzugewanderte"

Informationen & Projektspeicher "Bildungskoordination"


Menschen kommen und gehen. Sie verlassen ihr Zuhause, um anderswo ein friedliches und „gutes“ Leben führen zu können – manchmal freiwillig für z.B. die Arbeit oder ein Studium im Ausland, häufig allerdings unfreiwillig aufgrund von Kriegen, Klimawandel und Armut. So ist die Menschheit schon immer bewegt gewesen und das Zusammenleben durch Zu- und Abwanderung geprägt.

Ab 2015 fanden besonders starke Migrationsbewegungen statt, als sehr viele Menschen ihr Zuhause verlassen mussten und ihre Lebensgrundlage in Europa und anderen Erdteilen gesucht haben. Auch in Deutschland. Um den betroffenen Menschen eine reale Zukunftsperspektive geben zu können, sind es vor allem die Kommunen, deren Verwaltungen und weitere Akteure sowie die Bürger*innen vor Ort, die eine inklusive Gesellschaft gestalten. Dabei spielt neben anderen Bereichen Bildung eine große Rolle – formale, non-formale und informelle Bildung für Jung und Alt in allen Lebenslagen.

Um dem Anspruch nach umfassenden und vielfältigen Bildungsangeboten für Neuzugewanderte vor Ort gerecht zu werden, müssen Bedarfe analysiert, Prozesse koordiniert und Kooperationen eingegangen werden. Eine Herausforderung und große Chance zugleich für alle direkt und indirekt beteiligten Menschen – für eine inklusive Gesellschaft.

Im Rahmen der Transferinitiative fördert das BMBF seit 2016 Koordinator*innen der Bildungsangebote für Neuzugewanderte, die relevante Bildungsakteure auf kommunaler Ebene zusammenbringen und gemeinsame Vorhaben koordinieren. Ziel dabei ist es, Zugänge zum Bildungssystem zu verbessern, Bildungsangebote aufeinander abzustimmen und anhand bestehender Daten Bedarfslücken zu schließen:

„… Bildung ist Voraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und dafür, dass zugewanderte Menschen in der Zukunft eigene Beiträge für unser Land und unsere Gesellschaft leisten können. Hierbei kommt den Kommunen eine maßgebliche Rolle zu.“ (BMBF, 2020)[1]


DKBM & Bildung für Neuzugewanderte

Die enge Verzahnung des Projektes mit den Inhalten der Transferagenturen – dem datenbasierten kommunalen Bildungsmanagement (DKBM) – unter dem Dach der Transferinitiative, hob die Notwendigkeit einer koordinierten, ressort- und akteursübergreifenden sowie datenbasierten Bildungsarbeit hervor. In NRW hat die Transferagentur mit den Projektmitarbeiter*innen, den sogenannten Bikos (Bildungskoordinator*innen für Neuzugewanderte), zusammengearbeitet. Das DKBM stellte das konzeptuelle Gerüst der Zusammenarbeit dar. So verstand sich die Bildungskoordination für Neuzugewanderte als Querschnittsaufgabe im kommunalen Verwaltungskontext und war in vielen Fällen an das kommunale Bildungsmanagement und -monitoring geknüpft. Strategische Zielsetzungen, interne und externe Kooperation, Qualitätsmanagement, Koordination, Datenbasierung und der öffentliche Diskurs – Kernkomponenten des DKBMs – waren dabei richtungsweisend. Das DKBM als Orientierungsrahmen für die Arbeit der Bikos zu nutzen und so das Thema Bildung und Neuzuwanderung in der Kommunalverwaltung zu organisieren, stellt ein großes Potential dar: Kommunalverwaltungen können entlang z. B. bestehender Strategien, Netzwerke und Einbindung der Öffentlichkeit auf die Bedarfe der Menschen vor Ort, hier im Speziellen der Neuzugewanderten, umfassend und schnell reagieren, so dass sich vielfältige Handlungsoptionen ergeben. Diese sind die Voraussetzung dafür, dass alle Menschen Fuß fassen und die für sie lebenswerten Zukunftsperspektiven entwickeln können.


Weiterführende Links:

Transferinitiative - "Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte"

"Neu im DKBM" - Die Kernkomponenten


[1] BMBF (2020): Bildung für Neuzugewanderte, https://www.transferinitiative.de/bildung-fuer-neuzugewanderte.php [05.08.2020]