Dokumentation der 4. Herbstakademie 2018


Etwa 110 Personen kamen am 29.  November in den Ruhrturm in Essen. Unter ihnen waren Fachkräfte aus den Bundesprogrammen ‚Bildung integriert‘ und ‚Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte‘, aus den Landesprogrammen ‚Regionale Bildungsnetzwerke‘, ‚Kommunale Integrationszentren‘ und ‚Kein Abschluss ohne Anschluss‘; insgesamt waren 45 Kommunen bei der Veranstaltung vertreten. Die Landesseite war präsent durch VertreterInnen der Schulaufsicht und des QUA-LiS NRW – Landesinstitut für Schule. Auch der Regionalverband Ruhr, die Stiftung Mercator und ‚Ruhr Futur‘ sowie der Landesjugendring und Vertreter und Vertreterinnen aus der kirchlichen Jugendarbeit waren dabei.

Johannes Schnurr, Projektleiter der Transferagentur NRW, begrüßte die Gäste am Vormittag und blickte auf das Jahr 2018 und fünf Jahre Transferagentur zurück. „Die Herbstakademie bringt Menschen zusammen, die im Kommunalen Bildungsmanagement arbeiten – dort wo es darum geht, gemeinsam über die institutionellen Grenzen hinweg komplexe Vorhaben der Bildungssteuerung zu realisieren", so Schnurr. Für ihn hat die Herbstakademie deshalb vor allem zwei Ziele: fachliche Impulse transportieren Wissen und Erfahrung und der offene Rahmen gibt Gelegenheit zum informellen Austausch.

Anschließend gaben Dr. Markus Küpker (RuhrFutur), Florian Grill (Stadt Bochum) und Annkatrin Boy (Stadt Mülheim a.d.R.) einen kurzen Einblick in das Projekt „Bildungschancen Ruhr“. Die Webanwendung „Bildungschancen Ruhr“ stellt institutionen- und kommunenübergreifend Angebote bzw. relevante Informationen für Beraterinnen und Berater, die mit Neuzugewanderten arbeiten, zur Verfügung. Von Beratungen, Sprachkursen und Freizeitmöglichkeiten über die Anerkennung von Abschlüssen bis hin zu Angeboten zur Berufsqualifizierung reicht die Übersicht.

In ihrem Impulsvortrag erörterte Prof. Dr. Sandra Aßmann das Thema „Bildung neu denken – Informelles Lernen, Digitalisierung und nachhaltige Entwicklung als Herausforderung und Chance in der kommunalen Bildungslandschaft“. Zunächst verdeutlichte sie anhand der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung die Rolle von informellen Lernprozessen und digitalen Medien in diesen komplexen politisch motivierten Zielvorstellungen für menschliches Handeln und Zusammenleben. Danach wechselte sie auf die kommunale Ebene und stellte aktuelle empirische Forschung vor, die sich einerseits der Verflechtung von Ökonomie und Digitalisierung und andererseits der psychologischen Dimension von Nachhaltigkeit widmete.

In  den acht Impulsforen informierten sich anschließend die Teilnehmenden beispielsweise über Themen wie: „Planspiele als Ausgangspunkt einer transparenten (Schulentwicklungs-)Planung“, „Wirkung von Bildungsberichterstattung“, „Trägerübergreifende Zusammenarbeit in der Schulsozialarbeit“, „Beteiligung von Kindern und Jugendlichen“ und viele mehr. Die Foren boten Raum für die Teilnehmenden, um sich auszutauschen und das Wissen in die eigene Praxis zu übertragen.