8. Herbstakademie 2022

"Kommune macht Bildung - Veränderungen wirksam begegnen"

Unter dem Titel „Kommune macht Bildung – Veränderungen wirksam begegnen“ luden wir am 06. September zur 8. Herbstakademie ins Haus der Technik in Essen ein. Gemeinsam mit unterschiedlichen Bildungsakteur*innen tauschten wir uns mit den Teilnehmer*innen darüber aus, wie das datenbasierte kommunale Bildungsmanagement auch unter Bedingungen stetiger Veränderungen handlungsfähig bleiben kann und wie proaktiv Veränderungen herbeigeführt werden können, um gerechte Bildungschancen für alle Menschen in der Kommune zu ermöglichen. 

Freuen Sie sich auf die Veröffentlichung der Dokumentation der 8. Herbstakademie in Kürze.

 


Das war unser Programm

Keynote

10:00 - 10:45 Uhr

Don’t call it innovation: Warum weniger in der Kommunalverwaltung manchmal mehr ist

Die deutschen Kommunen sind nicht erst seit der Corona-Pandemie besonders gefordert und in einem ständigen Krisenmodus: Neben dem „Dauerbrenner“ der kommunalen Finanznot reihen sich in den letzten Jahren verschiedene weitere Krisen (wie Umweltkrise, Flüchtlingskrise(n), Gesundheitskrise, Fachkräfte-Krise und Vertrauenskrise) aneinander. Mit der Digitalisierung als Querschnittsthema kommt ein Faktor dazu, der die Grundbedingungen von Verwaltungshandeln zunehmend auf den Kopf stellt, weil Schnelligkeit und Flexibilität gefragt sind. Gleichzeitig lastet viel Druck auf den Mitarbeitenden der Verwaltungen: Wie soll das alles neben den täglichen Aufgaben noch unter einen Hut gebracht werden – und das auch noch möglichst innovativ? Warum weniger manchmal mehr ist – und wie Kommunen nicht nur innovative, sondern lernende Organisationen sein können, darum soll es in diesem Vortrag gehen.


Keynote-Speakerin

Dr. Rubina Zern-Breuer

Rubina Zern-Breuer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, wo sie seit 2018 das Projekt WITI „(Wissens- und Ideentransfer für Innovation in der Verwaltung“) koordiniert und das dazugehörige Innovationslabor leitet. Ihr Interesse gilt aktuellen Entwicklungen und Innovationsprozessen an der Schnittstelle von Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft sowie der Anwendung von Kreativ- und Designmethoden. Sie ist diesjähriger Fellow des Thomas Mann House in Pacific Palisades, USA.

Weiteres Programm Herbstakademie 2022

11:05 - 12:00 Uhr

Zwischen Agilität und Stabilität: Die Gestaltung von kommunalen Bildungslandschaften gemeinsam meistern

Kirsten Althoff und Dr. Mario Roland aus der Transferagentur NRW gehen mit ihren Gästen im „Wortwechsel“ der Frage nach, wie agil Kommunalverwaltungen in Zukunft sein müssen, um mit den rasanten gesamtgesellschaftlichen Veränderungen Schritt zu halten und Bildungsprozesse vor Ort zu gestalten. Gemeinsam mit Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft und Kommunalverwaltung wird die Zusammenarbeit der Bildungsakteure vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Handlungslogiken diskutiert. Dabei wird es auch darum gehen, welche Strukturen und Verwaltungsabläufe die notwendige Stabilität für die Akteure der Bildungslandschaften sicherstellen und welchen Beitrag die Zivilgesellschaft für ein chancengerechtes Aufwachsen in der Kommune leisten kann. 


Moderation:
Kirsten Althoff & Dr. Mario Roland (Transferagentur NRW)

Gäste:
Keynote Speakerin Dr. Rubina Zern-Breuer,
Sabrina Küchler (stellv. Vorsitzende der AGOT NRW e.V.) & 
Brita Russack (Leiterin der Koordinierungsstelle Bildung und Integration, Mühlheim a. d. Ruhr)

13:00 - 16:00 Uhr (integrierte Pause)

Bürger*innenbeteiligung im kommunalen Bildungsmanagement - Ein Planspiel

Der Aufbau von Beteiligungsstrukturen ist im kommunalen Bildungsmanagement ein wichtiger Baustein, um Interessen der Bürger*innen in Planungen einbeziehen zu können und an Entscheidungen teilhaben zu lassen. Gleichzeitig stellen partizipative Prozesse Kommunalverwaltungen und weitere Bildungsakteure immer wieder vor verschiedene Herausforderungen. In Form eines Planspiels können Sie sich deshalb in dieser Werkstatt dem Thema Bürger*innenbeteiligung nähern. 

Im Rahmen des Planspiel Großbürgerhausen, wird ein fiktives Bürger*innenforum simuliert.  Sie als Teilnehmende schlüpfen dabei in die Rollen von Architekt*innen, Verwaltungsbeamt*innen, Investor*innen oder Bürger*innen, und diskutieren die zukünftige Nutzung einer alten Brachfläche. Dabei werden wir uns den praktischen Fragen und Herausforderungen eines Beteiligungsprozesses stellen und anschließend diskutieren, welche Schlüsse hieraus für ein datenbasiertes kommunales Bildungsmanagement gezogen werden können.


Referentin der Werkstatt

Elena Fiedler

CRISP ist ein gemeinnütziger Verein aus Berlin, der Projekte, Workshops und Trainings im Be-reich zivile Konflikttransformation, Friedensbildung und Beteiligung im In- und Ausland durch-führt. Die Hauptregionen der Arbeit von CRISP sind Zentralasien und der Kaukasus, die MENA-Region, Osteuropa sowie Südamerika und Deutschland. Dabei ist CRISP methodisch speziali-siert auf die Entwicklung und Umsetzung von Planspielen, durch die Konfliktstrukturen, Ent-scheidungs- und Veränderungsprozesse konkret vermittelt und erlebbar gemacht werden kön-nen.  
Der Workshop wird von Elena Fiedler gleitet. Sie ist Kulturwissenschaftlerin, Urbanistin und Trainerin für Konflikttransformation und transkulturelles Lernen und seit Oktober 2021 Mitar-beiterin bei CRISP. 

13:00 - 16:00 Uhr (integrierte Pause)

Professionelle Kommunikation stärkt Bildungsprojekte

In dieser Werkstatt wird thematisiert, wie das eigene Projekt oder Vorhaben in der jeweiligen Bildungskommune beziehungsweise Bildungslandschaft durch professionelle Kommunikation optimal positioniert und platziert werden kann. Ausgehend von einer „Wunsch-Wolke“ wird die strategische Herleitung von Kommunikationsmaßnahmen aufgezeigt und ausprobiert. Dazu gehört eine sorgfältige Identifikation der relevanten Stakeholder*innen und die Ausformulierung von Kernbotschaften. Anschließend gilt es, passende Maßnahmen zu identifizieren und in einen schlüssigen Gesamtplan zu integrieren. Am Schluss geht es darum, was dabei herauskommt und wie man die Wirkung messen kann. 


Referent der Werkstatt

Achim Kühne-Henrichs

Achim Kühne-Henrichs ist gelernter Journalist und studierter Kulturwissenschaftler, Pädagoge und Geograph. Er ist seit vielen Jahren in der Organisationsentwicklung tätig. Sein Schwerpunktthema sind die Verknüpfung von Bildung und Kommunikation. 

13:00 - 16:00 Uhr (integrierte Pause)

Service Design Thinking für die analog-digitale Bildungslandschaft erleben

In dieser Werkstatt erleben Sie agile Methoden anhand des Service Design Thinking Prozesses. Im Schnelldurchlauf tauchen die Teilnehmenden gemeinsam in co-kreatives Gestalten ein, um Herausforderungen zu verstehen, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und erste Ideen zu nutzendenorientierten Lösungen zu entwickeln. Diese Werkstatt zeigt auf, wie Design helfen kann, Bildungsprodukte und Dienstleistungen auf Basis von Nutzendenbedürfnissen, mit dem Ziel der stetigen Verbesserung der analog-digitalen Bildungslandschaft, zu gestalten.


Referentin der Werkstatt

Elisabeth Fried

Elisabet Fried ist seit 2018 die erste Servicedesignerin der Stadtverwaltung Köln. Seit Ihrem internationalen Masterabschluss an der Köln International School of Design, Ensci Les Ateliers in Paris und Aalto University in Helsinki, stößt sie im Innovationsmanagement und der Organisationsentwicklung Veränderungen in und mit der Stadtverwaltung an. Sie ist Research Fellow der Initiative Potlitics for Tomorrow und bringt ihre Expertise regelmäßig bei Veranstaltungen wie beispielsweise dem Public Service Lab ein.

13:00 - 16:00 Uhr (integrierte Pause)

Die Bildungskommunen der Zukunft

Wie können kommunale Bildungsstrukturen so gestärkt und verändert werden, dass Kommunen auf neue und sich verändernde Situationen gut reagieren können? Auf der Suche nach der gelungenen Bildungskommune im Jahr 2033 begegnen wir dieser Frage und nehmen Sie in dieser Werkstatt gemeinsam in den Blick. Dabei lassen wir uns von der lösungsorientierten Methode des Appreciative Inquiry leiten und entwickeln eine positive Zukunftsvorstellung, die vorhandene Stärken der Gegenwart einbezieht.


Referentin der Werkstatt

Sarah Vazquez

Sarah Vazquez ist studierte Diplom-Sozialarbeiterin und freie Referentin im Bereich der (Früh-)Pädagogik und kommunalen Netzwerkarbeit. Neben ihrem Abschluss der Sozialen Arbeit an der Hochschule Koblenz ist sie auch staatlich anerkannte Erzieherin. Ihre Schwerpunkte bilden die Moderation und lösungsorientierte Beratung, die Begleitung von kommunalen Netzwerkprozessen, Kinderarmutssensibilität, digitale Zusammenarbeit in Familienzentren, Erwachsenenbildung und Feminismus und Gendersensibilität.