Netzwerkarbeit im kommunalen Bildungsmanagement Gut vernetzt - auch digital?!

Bildung ist das Thema vieler öffentlicher sowie zivilgesellschaftlicher Akteur*innen in der Kommune. Zur Koordination der unterschiedlichen Bildungsaktivitäten entlang der Bildungsbiographie ist es somit wichtig, geeignete Strukturen für ein gelingendes Zusammenwirken zu schaffen, d.h. stabile sowie vertrauensvolle Formen der Kommunikation und der Kooperation zu etablieren. Diese systematische Vernetzung innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltung zu ermöglichen, sodass die Gestaltung einer kohärenten und damit wirksamen Bildungslandschaft entsteht, ist ein wesentlicher Baustein und die Aufgabe des datenbasierten kommunalen Bildungsmanagement in den Kommunalverwaltungen der Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen.

Beim Aufbau und der Weiterentwicklung werden die kommunalen Mitarbeiter*innen unterstützt durch die Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement NRW in Trägerschaft des Instituts für soziale Arbeit e.V.. So auch mit der Qualifizierung „Gut vernetzt! Netzwerkarbeit im kommunalen Bildungsmanagement erfolgreich gestalten“, die in zwei aufeinander aufbauenden Modulen den Teilnehmenden Impulse für die eigene Netzwerkarbeit geben konnte. Inhaltlich standen zum einen die Logik von Netzwerken, Netzwerkziele sowie Kompetenzen, Rollen und Methoden in der Netzwerkarbeit und -koordination im Vordergrund. Außerdem ging es um die Reflexion der Entwicklung, Beobachtungen und Erfahrungen zur eigenen Netzwerkpraxis. Die aktuelle Situation aufgrund der Corona-Pandemie machte jedoch die Anpassung der Arbeits- und Kommunikationsformate innerhalb und außerhalb der Kommunen erforderlich. So wurde die Netzwerkarbeit vor Ort vor völlig neue Herausforderungen gestellt, da Netzwerkpartner*innen schwer erreichbar, Termine abgesagt und neue Aufgaben auf die Kommunalverwaltungen zukamen.

Im Rahmen der Qualifizierung konnte das erste Qualifizierungsmodul am 03. März 2020 mit dem Referenten Prof. Dr. Jörg Fischer (FH Erfurt) noch wie gewohnt als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden. Nach dem Lockdown Mitte März wurden die von der Transferagentur bereits im Vorfeld eingeplanten zwei digitalen Austauschformate umso wichtiger, da die Teilnehmenden so die Gelegenheit hatten, sich zwischen den beiden Qualifizierungsmodulen im April und Mai über ihre Erfahrungen mit der veränderten Netzwerkarbeit auszutauschen. Was anfänglich vielerorts noch unvorstellbar erschien (u.a. aufgrund mangelnder technischer Ausstattung und datenschutzrechtlicher Hürden), erweist sich mittlerweile als notwendige und praktikable Kommunikationsform. Innerhalb der Kommunalverwaltungen wurden zunehmend Möglichkeiten für das Arbeiten im „Home-Office“ geschaffen, digitale Austauschtools etabliert und Erfahrungen mit virtuellen Kommunikationsformaten gemacht. Hilfreich war dabei auch das kurzfristig zusätzlich geschaffene Angebot der Transferagentur „Gut vernetzt – DKBM-Netzwerkarbeit in virtuellen Kommunikationsräumen“ am 22. Mai 2020 mit dem Referenten Rolf Schneidereit (Schneidereit & Co), an dem 50 Personen aus Kommunen in NRW teilnehmen konnten.

Das zweite Qualifizierungsmodul am 22. Juni 2020 mit der Referentin Stephanie Frenzer (Move Organisationsberatung) konnte dementsprechend ohne größere technische Schwierigkeiten als digitales Format angeboten werden und es hat gezeigt, dass Netzwerkarbeit auch und gerade unter den derzeitigen Kontaktbeschränkungen zentral für die Arbeit im kommunalen Bildungsmanagement ist. Die Mitarbeiter*innen aus den regionalen Bildungsbüros und angrenzender Fachbereiche haben zwischenzeitlich ihre Netzwerkkontakte telefonisch gepflegt, (Sonder-)Newsletter verschickt und planen erste digitale Vernetzungsformate. So hat z.B. in Remscheid Anfang Juni die erste digitale Bildungskonferenz stattgefunden. Dennoch bleibt bei den Teilnehmenden der Wunsch nach „face-to-face-Kontakten“ bestehen und die Hoffnung, auch bald wieder Gremiensitzungen und Arbeitsgruppen wie gewohnt stattfinden zu lassen.

Die Transferagentur NRW hat aktuell ihre Arbeit fast vollständig auf digitale Formate umgestellt: Qualifizierungen, Lerncluster und die kommunale Begleitung finden im digitalen Raum statt. Zusätzlich hat die Transferagentur verschiedene „community calls“ angeboten, um den kommunalen Mitarbeiter*innen einen Austausch über den Umgang und Erfahrungen mit der aktuellen Situation in anderen Kreisen und kreisfreien Städten zu ermöglichen.


Weitere Informationen zum Themenbereich digitale (Zusammen-)Arbeit in Kommunen finden Sie: www.transferagentur-nordrhein-westfalen.de/themen/digitalisierung


Ansprechpartnerinnen:
Ida Brezina
0251 200 799-35

Kirsten Althoff
0251 200 799-24

 

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